Dein innerer Kompass für mehr Gelassenheit: das Yoga Sutra von Patanjali !
- henrysylvie2
- 2. März
- 4 Min. Lesezeit
Möchtest du auch glücklicher sein? mehr Zufriedenheit spüren, innere Ruhe erleben – stabil bleiben wie ein Fels in der Brandung, selbst wenn das Leben stürmisch wird?
Yoga kann dir dabei genau unterstützen. Und zwar nicht nur mit der körperlichen Praxis, sondern mit der gesamten Yogapraxis, wie sie Patanjali beschrieben hat.
Was ist das Yoga Sutra von Patanjali?
Das Yoga Sutra wurde vor rund 2000 Jahren schriftlich festgehalten (mündlich ist es vermutlich noch viel älter) und besteht aus 196 Versen, die den Weg des Yoga erklären – einen Weg, der zur vollständigen Ruhe des Geistes führt.
Man weiß kaum etwas über Patanjali. Das Werk ist wahrscheinlich von mehreren Leuten über Jahrzehnte geschrieben und bereichert worden, und Patanjali wurde im Laufe der Zeit zu einer symbolischen Figur, oft als halb Mensch, halb Schlange dargestellt – ein Zeichen für Weisheit und inneres Erwachen.

Ashtangayoga oder "Die acht Glieder des Yoga"
Patanjali beschreibt den Yoga-Weg in acht Stufen oder Glieder, die zusammen ein ganzheitliches System bilden (es hat nichts zu tun mit dem sogenanntes Ashtanga Yoga, die einen Yogastil definiert!).
Das Fundament von diesem Weg besteht aus zehn "Hauptgeboten", die unsere Handlungen mit unserer Umgebung und mit uns selbst regieren:
die 5 Yamas (Umgang mit der Umwelt)
die 5 Niyamas (Umgang mit sich selbst).
Danach kommen Körperübungen (Asana-Praxis), Atemübungen (Pranayama-Praxis) oder die höheren Sphäre der mentalen und spirituellen Ebenen bis zur Erleuchtung.
Weil wir uns zur Jahresbegin oft Gedanken über Vorsätze, Routinen oder neue Wege, die wir gehen möchten machen, habe ich mich im Januar entschieden, die Niyamas (Umgang mit sich selbst) in unsere aktuelle Yogapraxis zu integrieren.
Im Folgenden möchte ich diese Nyiamas kurz zusammenfassen. In diesem Blog gebe ich hier nur eine sehr vereinfachte und kurze Beschreibung, und es gibt ganz viele seriöse und reichliche Beschreibungen, falls du mehr Interesse hast.
Die 5 Niyamas:
1.Śauca – Reinheit

Die erste Niyama ist Śauca (Reinheit, Sauberkeit) und bedeutet, innere und äußere Ordnung zu pflegen. Im Reinen mit sich werden. Es ist eine Einladung, dein Leben zu ordnen, um dich dadurch leichter, klarer und gelassener zu fühlen. Es können kleine Schritte sein, wie den Kleiderschrank auszusortieren, oder größere Schritte, wie mit einem Freund mal ehrlich zu sprechen.
2. Santoṣa – Zufriedenheit

Die zweite Niyama heißt Santosha und bedeutet Zufriedenheit. Vereinfacht gesagt, ist es die bewusste Entscheidung, den Blick auf das „halbe volle Glas“ zu richten und nicht auf das, was fehlt. Das bedeutet jedoch nicht, dass alles gut ist und man nicht handeln muss. Man handelt jedoch aus einem ruhigen, verständnisvollen Zustand heraus, was ganz andere Wirkungen haben kann. Man fühlt sich auch entspannter, lässt den Frust weg, was sich positiv auf unsere Gesundheit auswirkt (z. B. entspannter Magen, weniger Kopfschmerzen). Es bedeutet, zu akzeptieren, dass nicht immer alles nach Plan läuft, und sich dann auf das zu fokussieren, was man in dieser Situation noch tun kann.
3. Tapas – Disziplin & inneres Feuer

Die dritte Niyama heißt Tapas und bedeutet so viel wie „Glut, inneres Feuer, Askese“. Sie steht für Disziplin und Willen und zeigt sich in kleinen, verlässlichen Routinen, die dich stärken und deinen Zielen näherbringen. Ohne Tapas kommt man bei der Verwirklichung unserer Ziele nicht sehr weit. Tapas ist ein inneres Feuer, das dich liebevoll und klar auf deinem Weg unterstützt, aber kein verkrampftes oder verbissenes Üben.
4. Svādhyāya – Selbststudium

Das vierte Niyama ist Svādhyāya, auch Selbstforschung genannt. „Erkenne dich selbst“ – dieses Motto hatte schon Sokrates (500 v. Chr.). Es ist eine Einladung, dich neugierig und ehrlich zu beobachten, um deine Muster zu erkennen und deine Glaubenssätze zu durchleuchten. Wieso sollte das gut sein? So kommst du deinem echten Wesen und deinem Zentrum näher und handelst im Einklang mit deinem wahren Ich. Du lebst das Leben, das deiner echten Berufung entspricht, und hast mehr Energie, Lebensfreude, Selbstsicherheit und tiefe Zufriedenheit.
5. Īśvara praṇidhāna – Hingabe

Das letzte Niyama, Isvara Pranidhana, bedeutet Hingabe und Vertrauen in ein göttliches Prinzip oder eine höhere Kraft. Zum Beispiel in Momenten, in denen das Leben nicht nach Plan läuft – du lässt los, fühlst dich trotzdem getragen und denkst: „Es kommt schon gut." Oder in diesen Momenten in der Natur, in denen du ganz präsent und offen bist, etwa bei einem Sonnenuntergang oder unter einem unendlichen Sternenhimmel.
Warum sind die Niyamas so wichtig ?
Stell dir vor: Wenn wir unrein mit uns selbst umgehen und z.B. alte Verletzungen mitschleppen oder ständige Schuldgefühle haben, dann fällt es schwer, Frieden und Klarheit zu finden. Oder wenn wir ohne Tapas handeln und bereits nach wenigen Versuchen aufgeben, bleibt vieles unerreicht.
Wie ein Kompass helfen uns die Niyamas, Schritt nach Schritt, innerlich aufzuräumen, uns zu stärken und zeigen sie uns der Weg zu mehr innere Ruhe und tiefe Zufriedenheit.
Die Sutras von Patanjali lassen Raum für eigene Interpretationen und Reflexionen (Es handelte sich hierbei um meine sehr vereinfachte Version).
Lass dich frei und nimm, was dich gerade anspricht!
Schau dir zum Schluss noch einmal die fünf Niyamas an und stelle dir die folgende Frage:
Welches Niyama spricht mich gerade besonders an? Wie könnte ich es konkret anwenden ?


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